Architektur
Lehmbau Ökologisches Bauen Lehmbau Ökologisches Bauen
Planung und Bau eines Hauses ähneln dem Ordnen und Zusammensetzen von Mosaiksteinchen oder Puzzleteilen zu einem in sich stimmigen vollständigen Bild.

Nach ganzheitlichem Ansatz heißt für mich, den roten Faden aufzunehmen und ihm zu folgen auf dem Weg von der ersten Idee bis zum fertigen funktionierenden Haus. Ich sehe meine Arbeit als Architektin ähnlich der einer Hebamme, als Begleitung in einer Zeit hoher Anforderungen und Anspannungen für die Bauherren/innen und Unterstützung bei einer manchmal schwierigen „Geburt“.

Folgende Aspekte leiten mich bei meiner Arbeit:
  • Wünsche, Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Auftrageber/innen
  • Ausgewogenheit und Angemessenheit der Lösung
  • Schaffung eines Lebensortes, an dem die Bewohner/innen sich zu Hause fühlen, der sie in ihrer Entfaltung und Gesundheit fördert und stärkt
  • Sensibilität für die vorgefundenen Prägungen der Landschaft, für die Qualität des Ortes und des Grundstücks, für die Persönlichkeit und Strukturen des zu sanierenden Hauses
  • Verankerung des Hauses am Ort, Segen und Schutz für das Haus und seine Bewohner/innen, Dank an die am Bau Beteiligten durch traditionelle Rituale, wie Grundsteinlegung, Richtfest, Einweihung
  • Beschränkung auf das Wesentliche, Einfachheit und Klarheit in Form und Gestaltung, Sorgfalt und Tiefe in Planung und Ausführung
  • Verwendung von natürlichen schadstofffreien Materialien, die so wenig wie möglich behandelt und verändert wurden, Materialien mit sinnlicher Ausstrahlung, Reduzierung von Oberflächenbehandlungen
  • Bauen von diffusionsoffenen Bauteilen mit Durchlässigkeit für natürliche Strahlungen und Felder, Reduzierung von Stahlbauteilen und sperrenden Schichten auf das absolut Notwendige
  • Schaffung eines guten Raumklimas für ein Gefühl von Behaglichkeit in den Räumen, gute Wärmedämmung, Vermeidung von Wärmebrücken, Bevorzugung von Heizquellen mit hohem Strahlungswärmeanteil, Vermeidung von Lüftungsanlagen in Wohnräumen
  • Achtung auf hohe Ausführungsqualität auch unter der Oberfläche, Planung und Verwendung von langlebigen und reparaturfreundlichen Materialien und Bauteilen
  • Gute Stimmung auf der Baustelle, ein freundlicher Ton, ein offenes Wort, Achtung vor der Arbeit der Handwerker, pünktliches Bezahlen der Rechnungen, Sicherheit auf der Baustelle.

Ich arbeite überwiegend für private Bauherren/innen, die ihr selbstgenutztes Wohnhaus bauen oder sanieren lassen wollen. Dies macht man meistens nur einmal im Leben. Entsprechend groß können die Unsicherheiten und Ängste sein, denn das Ergebnis soll einen Traum erfüllen - und es geht um viel Geld, für das man meist schon lange angespart hat und auch noch lange Jahre Kredite abzahlen wird.

Eine gute Zusammenarbeit und das Vertrauen zwischen Bauherren/innen und Architekt/in haben entscheidende Auswirkungen auf die Qualität von Bauablauf und fertigem Haus.

Ein Standardsatz zum Ökologischen Bauen ist: „Öko ist doch teurer, deshalb können wir uns das nicht leisten“. Dem kann ich so pauschal nicht zustimmen. Nach meiner Erfahrung sind die Kosten beim Ökologischen Bauen denen beim konventionellen Bauen in guter Ausführungsqualität gleichzusetzen, bei jeweils maßvollem Einsatz von Gebäudetechnik. Ökologisches Bauen kann und will aus meiner Sicht allerdings nicht mit „Billig“bauweisen konkurrieren. Denn das Anliegen ist qualitätsvolle handwerkliche Arbeit zu fördern, schadstoffarme Produkte und Baustoffe aus schadstoff-vermeidender und energiesparender Herstellung zu verwenden, und ein menschliches Miteinander und stressärmeres Arbeiten zu ermöglichen. Dies alles führt zu Kosteneinsparungen im gesamtgesellschaftlichen Sinne, die uns allen zu Gute kommen.

Alle oben genannten Arbeitsaspekte, die in Planung und Bauleitung Berücksichtigung finden, tragen auch direkt und indirekt zur Kosteneinsparung bei. Weitere Möglichkeiten Kosten zu sparen, können z.B. sein: Grundrissoptimierung mit gut geschnittenen Räumen, Reduzierung von Individualwohn- und Verkehrsflächen, Verzicht auf ein Kellergeschoss, Eigenleistungen, gemeinschaftliches Bauen, gemeinschaftlicher Einkauf von Baustoffen, einfache jedoch später austauschbare Ausstattungsgegenstände, wieder verwendbare Bauteile, ...

Kostenvorgaben und Budgetgrenzen der Bauherren nehme ich sehr ernst, sie werden laufend kontrolliert. Die Möglichkeiten Kosten zu beeinflussen und eine hohe Gestaltungs- und Ausführungsqualität zu gewährleisten sind in der Anfangsphase eines Projektes am größten, sie nehmen mit fortlaufender Entwicklung ab. Dies erfordert auch Klarheit und Entscheidungsdisziplin seitens der Bauherren/innen. Änderungen während der Bauphase sind unverhältnismäßig teuer und aufwendig. Das A und O für einen reibungslosen Bauprozess und für Kostensicherheit ist eine sorgfältige, vollständige und abgestimmte Planung, im Altbau auf Grundlage von einem genauen Aufmaß und einer umfassenden Bestandsaufnahme.

Einfachheit und Klarheit sind immer Ergebnis eines längeren Auseinandersetzungsprozesses beim Entwerfen und Planen bzw. in der Diskussion mit allen Beteiligten. Dies erfordert Zeit, kommt aber einem funktionierenden Bauablauf zugute.

Eine gute Orientierung ist die Erfahrung, dass die drei Wünsche „gut, schnell und preiswert“ sich nicht zusammen realisieren lassen, sondern jeweils nur zwei von ihnen mit der Umkehrung des dritten.